Regionen des Antiken Christentums

1996 entstand anlässlich einer Konferenz in Oxford und vor allem auf Initiative der Religionswissenschaftler Hubert Cancik (Tübingen) und Jörg Rüpke (Erfurt) die Idee, im Rahmen eines DFG Schwerpunktprogramms den Zusammenhang zwischen Zentralität und Regionalität für die römische Religionsgeschichte der Kaiserzeit zu untersuchen. Das Programm wurde 1999 als SPP 1080 bewilligt, von 2000 bis 2007 gefördert und trug den Titel "Römische Reichsreligion und Provinzialreligion: Globalisierungs- und Regionalisierungsprozesse in der antiken Religionsgeschichte".

In Heidelberg und Berlin wurde mit Mitteln dieses Schwerpunktprogramms paradigmatisch über zwei Regionen der westlichen und östlichen Reichshälfte geforscht, Dalmatien und Arabien. Dabei ging es im Projekt darum, die antike Christianisierung dieser Regionen und das spezifische Profil des Christentums in diesen Gegenden zu beschreiben vor dem Hintergrund der Zusammenhänge von Zentrum und Peripherie: Einerseits existierten lokale Christentümer, andererseits wußte man sich als Teil der einen Christenheit mit spezifischen Zentralitäten. Andererseits war die Formation der christlichen Religion aber auch stark beeinflusst von bestimmten paganen Zentralen (z.B. Rom), aber auch lokalen und peripheren Orten wie Institutionen.

Die Fragestellungen im Schwerpunktprogramm wurden fortgesetzt im Berliner Exzellenzcluster "TOPOI" (erste Phase 2007-2012) und werden dort fortgesetzt (zweite Phase 2013-2017). Im Rahmen dieses Clusters, das den Zusammenhang von Raum und Wissen als leitendes Paradigma verwendet, wurde zusätzlich die Region Phrygien untersucht und werden gegenwärtig die Studien zur Arabia fortgesetzt.

Neben allgemeinen Veröffentlichungen anlässlich von Beginn und Ende des Schwerpunktprogramms liegen bislang einige Studien und Aufsätze vor; die epigraphischen Datenbanken zu Phrygien und der Arabia sollen allgemein zugänglich gemacht werden und monographische Untersuchungen sind in Vorbereitung, von Henrik Hildebrandt zu Dalmatien und von Christoph Markschies zu Phrygien und der Arabia.

<div style='font-size: 0.8em; padding: 4px;'>Römische Reichsreligion und Provinzialreligion, hg. v. H. Cancik u. J. Rüpke, Tübingen 2007 </div>
<div style='font-size: 0.8em; padding: 4px;'>Antike Religionsgeschichte in räumlicher Perspektive. Abschlussbericht zum Schwerpunktprogramm 1080 der Deutschen Forschungsgemeinschaft "Römische Reichsreligion und Provinzialreligion", hg. v. J. Rüpke, Tübingen 2007.</div>