AcA-AutorInnentagung 14. und 15. November 2014

 

AcA-AutorInnentagung 14. und 15. November 2014

 

Impliziert eine Gattung den Transfer bestimmter Wissensbestände?

Inwieweit die literarische Gattung „Apokalypse“ in der Spätantike bestimmte Wissensbereiche wie Eschatologie, Soteriologie, Angelologie und Dämonologie, aber auch weitere Wissensformen wie Ekklesiologie, Ethik und Anthropologie vorantreibt und damit bis heute jüdische und christliche Jenseitsvorstellungen tief beeinflusst, soll das Thema der erste Tagung der Autorinnen und Autoren des dritten Bandes der Antiken christlichen Apokryphen sein. Dabei spielt die Frage, wie die Gattung „Apokalypse“ zu definieren ist, eine zentrale Rolle. Mithilfe der phänomenologischen Definition, die John J. Collins 1979 vorgelegt hat, konnten bisher 54 apokalyptische, bis zur Mitte des 8. Jahrhunderts geschriebenen Texte ausgewählt werden, deren Wissensbestände nun neu betrachtet und untersucht werden sollen. Die am Editionskonzept Mitarbeitenden haben diese 54 antiken Texte an 40 PhilologInnen, AltertumwissenschaftlerInnen und TheologInnen verteilt und um eine neue Bearbeitung gebeten. Am Ende des Experimentes sollen nicht nur eine neue Übersetzung und Kommentierung aller antiken Apokalypsen stehen, sondern vor allem eine neue Klassifizierung der in ihnen vorhandenen Wissensbestände und Zuweisung zu bestimmten Wissensordnungen.

 

Um dieses Ergebnis zu befördern, werden alle Autorinnen und Autoren eingeladen werden und zwei Tage über die ausgewählten Texte ins Gespräch kommen. Nicht nur die zugrunde gelegte Apokalypsendefinition soll dabei neu gefasst werden, indem sie an jedem der ausgewählten Texte angewandt und geprüft werden soll, sondern auch die in der Wissenschaft eingeführte Unterscheidung von früher und später Apokalyptik. Die im jeweiligen Text beinhalteten Bestände apokalyptischen, geoffenbarten Wissens sollen weiterhin untersucht werden in Bezug auf die Frage, inwieweit diese Bestände im Rahmen der Gattung Apokalypse umgeformt werden.

 

Neben Key note lectures durch Martha Himmelfarb sowie Adela und John J. Collins wird die Tagung durch insgesamt vier Blöcke strukturiert:

1) Apokalypsendefinition
2) Wissenstransfer
3) Verhältnis von jüdischer und christlicher Apokalyptik und
4) Verhältnis von primärer und sekundärer Apokalyptik

Jede und jeder der teilnehmenden ReferentInnen soll in mindestens einem der vier Blöcke ihren und seinen zu bearbeitenden Text vorstellen und die gestellten Fragen in einem Impulsreferat beantworten. Am Ende der Tagung wird eine modifizierte Apokalypsendefinition vorliegen sowie ein differenzierter Katalog antiker Wissensbestände aus frühen und späten apokalyptischen Texten.

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