Allgemeine Hinweise für Seminararbeiten

  1. Sofern nichts anderes vereinbart wurde, sind Seminararbeiten bis spätestens Ende der zweiten vorlesungsfreien Zeit (Semesterferien) nach Abschluss des Seminars einzureichen. Die Korrektur erfolgt – vorbehaltlich anderslautender Vereinbarungen – bis Ende des auf die Abgabe folgenden Semesters.
  2. Die Arbeit darf bei einer Hauptseminararbeit 25 Seiten Din A 4, bei einer Proseminararbeit 20 Seiten (einschließlich Anmerkungen, aber ausschließlich des Literaturverzeichnisses) nicht überschreiten – vermeiden Sie den übertriebenen Einsatz der Raffinessen ihres Computers (z.B. Randsetzung, Zeilenzahl etc.), um fünfzig Seiten auf zwanzig zu stauchen; eventuell beherrscht der Korrektor/die Korrektorin die antike Praxis des Bleitafelfluches, der durch eine knappe textliche Bemerkung (z.B. am Ende Ihrer Arbeit) den Zorn der Götter auf Sie herabzieht.
  3. Kontrollieren Sie tunlichst die Rohfassung Ihrer Arbeit nach folgenden Gesichtspunkten:

    (a) Zur Methodik wissenschaftlichen Arbeitens:

    • Haben Sie alles belegt, was Sie von anderen gelernt haben? - Stimmen Ihre Zitate (auf wörtliche Genauigkeit achten!) und Nachweise? Bitte nicht: Epiph., haer. 62 (Korrektor sucht sich missmutig durch die Seiten und findet dann erst das Gemeinte) - sondern: haer. 62,1,1 (GCS Epiphanius III, 389,5 Holl - Korrektor bewahrt sein grundsätzliches Wohlwollen).
    • Entsprechen die griechischen Akzente der Vorlage (falls in Ihrer Vorlage die Akzente fehlen - Apparate; Namen in der LXX -, müssen Sie sich halt die Mühe machen ...)? Bei lateinischen Texten darf die Wiedergabe von "u/v" und die Groß- bzw. Kleinschreibung vereinheitlicht werden ('vereinheitlicht' heißt: einheitlich!).
    • Stehen Darstellung, Anmerkungen und Zitate in einem sinnvollen Verhältnis (allerlei abschreckende Beispiele in WUNT 65, Tübingen 1992, z.B. p.175: So nicht!)?
    • Sind Sie mit Anmerkungen sinnvoll umgegangen? (dazu: A. von Harnack, Anmerkungen in Büchern, in: ders., Aus Wissenschaft und Leben, 148-162)
    • Ist die jeweilige kritische Ausgabe verwendet (Vorsicht bei Zitaten aus Migne, Patrologia Graeca bzw. Patrologia Latina! - Identifikationen nach den Claves Patrum Graecorum et Latinorum von M. Geerard, Turnhout 1983ff. bzw. E. Dekkers, Turnhout 1995 oder H.J. Frede/R. Gryson, Kirchenschriftsteller, VL I/1, Freiburg 2004)? Haben Sie die Ratschläge und Empfehlungen eines kirchengschichtlichen Methodenbuches bzw. Ihres Proseminars bei Zitaten (z.B. Cicero) und im Literaturverzeichnis beherzigt? Werden Lexikonartikel nach Verfasser zitiert? Stimmen die Abkürzungen und sind sie einheitlich angewandt (Bibelstellen nach den Loccumer Richtlinien; Zeitschriften und Reihen nach TRE/IATG² [S. Schwertner]; Abkürzungen von klassischer und altkirchlicher Literatur nach den Lexika von Liddel-Scott-Jones, A Greek-English Lexicon, Oxford 1996/Lampe, A Patristic Greek Lexicon, Oxford 1961; bzw. PGlare, Oxford Latin Dictionary, 1982
    • bzw. Blaise/Chirat, Dictionnaire Latin-Français des auteurs chrétiens, 1954)?


    (b)    Zu Techniken wissenschaftlichen Schreibens:

    • Bitte verzichten Sie auf "S. 22ff." (könnte ja '22-70' oder '22-25' bedeuten) und "a.a.O."- den angegebenen Ort hat der Leser resp. die Leserin in der Regel längst vergessen! Arbeiten Sie lieber mit Kurztiteln, die im Literaturverzeichnis erläutert sind: z.B. "M.-B. von Stritzky, Studien zur Überlieferung" = Studien zur Überlieferung und Interpretation des Vaterunsers in der frühchristlichen Literatur, MBTh 51, Münster 1989. Die platzsparendere amerikanische Zitationsart lediglich nach Namen und Verfasser(in) [Bsp.: "Stritzky 1989,22"] setzt sich immer weiter durch. Welches System zum Bibliographieren Sie verwenden (z.B. den Chicago-Style), ist Ihnen überlassen. Nur einheitlich sollte bibliographiert und zitiert werden.
    • Im Literaturverzeichnis muss alle verwendete Literatur mit vollständigem Titel (also nicht: "Nestle-Aland, Novum Testamentum Graece" sondern "Novum Testamentum Graece, begründet von E. u. E. Nestle, hg. v. B. u. K. Aland, J. Karavidopoulos, C.M. Martini u. B.M. Metzger, 28., revidierte Aufl., hg. v. Institut für Neutestamentliche Textforschung Münster/Westfalen unter der Leitung v. H. Strutwolf, Stuttgart ³2012") angeführt werden. Nicht mitbibliographiert werden sollten Titel des Autors bzw. Herausgebers, wie z.B.: G.W.H. Lampe, Ely Professor of Divinity in the University of Cambridge. Dabei geht es nicht um schikanöse Penibilität; ein so bibliographierter Titel enthält für die, die ihn zu lesen verstehen, interessante Informationen, die man dem Leser resp. der Leserin nicht vorenthalten sollte. Vergessen Sie Reihentitel nicht: BHTh, PTS, TU etc.! Lexikonartikel zitiert man nach ihrem Autor bzw. der Autorin, die pauschale Angabe des Werkes, in dem sie veröffentlicht sind, reicht nicht und entwertet die entsagungsvolle Arbeit der Autoren und Autorinnen.


    (c)    Zur historischen Topik: (vgl. Markschies, Arbeitsbuch Kirchengeschichte, UTB 1857, Tübingen 1995. 85-132)

    • Nochmals: Haben Sie alles, was Sie wörtlich zitieren oder mit eigenen Worten paraphrasieren, in Fußnoten belegt? Seien Sie vorsichtig mit dem Copy-and-Paste-Verfahren! Plagiate führen dazu, dass die Arbeit mit "ungenügend" bewertet wird.
    • Entwickeln Sie einen logischen Gedankengang? Steht alles da, was die Argumentation trägt? Sind überflüssige Literaturexzerpte hinausgeworfen (negatives Beispiel: "Die Stellung des Sklaven in Athen, Sparta und auf dem kleinasiatischen Festland")?
    • Können Sie mit Ihrem Stil zufrieden sein? Ich erlaube mir, auf L. Reiners, Stilfibel, München ²1987 hinzuweisen: Vermeiden Sie Partizipialsätze, verwenden Sie Vollverben (nicht: "Montanus, der durch die obwohl selbst z.T. prophetisch geprägten von der Großkirche getragenen Amtskreise abgelehnt worden war, war ein Prophet") und schreiben Sie abwechslungsreich: Das Lesen soll schließlich ja Spaß machen!
    • Der Aufbau Ihrer Arbeit soll den vom Thema (oder Text) über die Zwischenergebnisse zum Endergebnis führenden Argumentationsgang einem wohlwollenden Leser oder einer Leserin einsichtig machen; er oder sie ersteht nur, was dasteht, nicht, was Sie möglicherweise gedacht haben. Vermeiden Sie Gedankensprünge und "methodologische Zwischenrufe" im Übermaß ("Wir gehen jetzt dazu über, ..."). Stellen Sie sich ruhig eine konkrete Person als Leser/Leserin vor.
    • Die alte Deutschlehrerregel gilt auch hier: Vor allem die Gliederung sollte mit aller Sorgfalt durchgeführt werden - da fallen die noch bestehenden Argumentationslücken am leichtesten auf!
    • Achten Sie besonders auf Stil und Gedankengang, lesen Sie einen Ausdruck einmal ganz gründlich durch - sind z.B. einzelne Sätze in der Maschine geblieben? Stimmt der Umbruch von Text und Anmerkungen? Ist der Druck korrekt?

Ansonsten: Fragen Sie (Sprechstunde nach telefonischer Vereinbarung: 030 – 2093 4735), wenn Ihnen etwas unklar bleibt. Schließlich und nicht zuletzt sollen Sie bei der Anfertigung Ihrer kirchengeschichtlichen Proseminararbeit oder Hauptseminararbeit Freude am historischen Arbeiten gewinnen.

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