Christoph Markschies

  • UE 60313: Die Antike christliche Psalmenkommentierung, zusammen mit Dr. Cornelia Brandt, Do 14:00-15:30 Uhr.

Seit einigen Semestern liest eine muntere Schar von Interessierten Texte der antiken christlichen Psalmenkommentierung, die in Berlin aus Handschriften ediert werden. Die Psalmen waren für Liturgie und Alltagsleben antiker Christenmenschen von zentraler Bedeutung; die Kommentare wurden nach zeitgenössischen wissenschaftlichen Maßstäben angelegt, verraten aber auch viel über die christliche Frömmigkeit. In diesem Semester lesen und diskutieren wir – parallel zur Erstellung der kritischen Edition im Akademienvorhaben »Die alexandrinische und antiochenische Bibelexegese in der Spätantike« – vor allem Auszüge aus der Auslegung Eusebs von Caesarea zu den Psalmen. Teilnehmer*innen der Übung können ihre Griechisch-Kenntnisse vertiefen, sich mit den editorischen Methoden und deren Theorie vertraut machen und Grundzüge der spätantiken Auslegung der Bibel kennenlernen.

Bitte melden Sie sich bis spätestens 15.04.2024 bei Frau Dr. Cordula Bandt (bandt @remove-this.bbaw.de) an.

Das Seminar findet im Raum 07W04 im Akademieflügel der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in der Staatsbibliothek (Unter den Linden 8, 10117 Berlin-Mitte) statt.

  • OS 60318 Geschichte und Theologie; alte und neue Konzepte zu einem prekären Verhältnis, Mi 18:00–20:00 Uhr

Spätestens seit den Neuaufbrüchen in Philosophie, Theologie und Wissenschaftstheorie zu Beginn der europäischen Neuzeit ist deutlich, dass zwischen "zufälligen Geschichtswahrheiten" und "notwendigen Vernunftwahrheiten" der von Lessing beschriebene "garstige breite Graben" klafft und das vorher oft selbstverständliche Verhältnis von Geschichte und Theologie problematisch oder gar prekär geworden ist. Was hat Christentumsgeschichte oder Kirchengeschichte mit (christlicher) Theologie zu tun? Was bedeutet in der Theologie eine christentums- oder kirchengeschichtliche Perspektive? Und noch grundsätzlicher gefragt: Warum ist überhaupt Geschichte eine so zentrale Kategorie für den christlichen Glauben und entsprechend für die Theologie?

In der Veranstaltung werden maßgebliche Antworten auf diese Fragen und klassische Verhältnisbestimmungen von Historik und Theologie seit der Antike analysiert, aber auch die Entwürfe der beiden Dozenten zur Diskussion gestellt.

Das Seminar findet im Raum 327 in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (Jägerstr. 22/23, 10117 Berlin-Mitte) statt.

Bitte melden Sie sich bis spätestens 15.04.2024 bei Herrn Bergermann unter bergermz @remove-this.hu-berlin.de an.

  • OS 60317 Neuere Forschung zur Geschichte des Antiken Christentums (Blockseminar) 

Gegenwärtig verändert sich das Bild vom Antiken Christentum sehr stark, insbesondere die theologiegeschichtliche Landkarte des 2. Jhdts wird weitgehend neu gezeichnet. Gleiches gilt für die Christentumsgeschichte des 3. ebenso wie für die des 5. und 6. Jahrhunderts. Der Einfluss neuerer Paradigmen aus Geschichts-, Kultur- und Sozialwissenschaften verändert das monolithische Bild der klassischen Lehrbücher. Wir diskutieren – immer wieder auch mit auswärtigen Gästen – in Arbeit befindliche Qualifikationsschriften und neuere Forschungsbeiträge, selbstverständlich auch solche aus dem Kreis der Teilnehmenden. Fortgeschrittene Studierende sind sehr herzlich eingeladen.

Das Seminar findet in den Räumen der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaft statt.

Bitte melden Sie sich bis spätestens 08.04.2024 bei Herrn Marc Bergermann unter bergermz @remove-this.hu-berlin.de an.

 

Jonathan Stutz

  • VL 60300 Christentumsgeschichte II: Mittelalter, Mo/Do 12:00–14:00, Raum 008

Das Bild des Mittelalters als eines „dunklen“, durch die „leuchtenden“ Epochen der Antike und Renaissance ausgeklammerten Kapitels der Christentumsgeschichte gehört zu den selbstverständlichen Grundannahmen des modernen Geschichtsverständnisses und lebt bisweilen auch in unseren sprachlichen Konventionen weiter („schlimmer als im Mittelalter“). Dabei war diese Epoche in politischer, kultureller und religiöser Hinsicht von Transformationsprozessen geprägt, die von der Spätantike herrührten und an die auch die Reformationszeit und die Moderne anknüpften. Sowohl in den neu gegründeten Ordensgemeinschaften wie an den Universitäten wurden für Theologie und Philosophie innovative Kräfte freigelegt, die über Epochengrenzen hinaus gewirkt haben. Gleichzeitig war das mittelalterliche Christentum von einer tiefgreifenden Pluralität geprägt, die sich u.a. in Frömmigkeits-, Literatur- und Kunstgeschichte abgebildet hat. Das Mittelalter war schließlich auch eine Epoche der Gegensätze und (gewaltsamen) Auseinandersetzungen, die nicht allein das Mittelalter geprägt haben. Das Papsttum profilierte sich in der Auseinandersetzung mit den kaiserlichen Autoritätsansprüchen einerseits und mit christlichen Devianzerscheinungen sowie kirchlichen Reformbestrebungen andererseits. Jüdische Gemeinden haben das kulturelle und religiöse Leben Europas auf vielfache Weise geprägt und wurden gleichzeitig Ziel von Diskriminierung und Gewalt. Im Mittelmeerraum kam es sowohl zu einem fruchtbaren kulturellen Austausch wie auch zu kriegerischen Auseinandersetzungen mit dem islamischen Kulturraum. Die Vorlesung möchte diesen Entwicklungen nachgehen, sie exemplarisch darstellen und historisch verorten.

  • SE 60307 Christentum als Lerngemeinschaft. Taufkatechesen im frühen Christentum, Mo 16:00–18:00, Raum 306

Auch wenn man den Glauben nicht herstellen kann, so kann man ihn dennoch lehren und lernen. Diese pädagogische Einsicht wurde bereits von spätantiken Theologen geteilt und prägte daher die Entfaltung und Institutionalisierung des frühchristlichen Taufunterrichts, mit dem angehende Christen und Christinnen auf die Aufnahme in die Gemeinschaft der Kirche vorbereitet wurden. Dabei wurden sie nicht nur in die Inhalte des Glaubensbekenntnisses und in die ethischen Anforderungen des christlichen Lebens eingeführt, sondern auch in die geheimnisvolle Bedeutung von Taufe und Abendmahl eingeweiht. Somit berücksichtigte der Unterricht gleichzeitig die theoretischen, praktischen und erfahrungsbezogenen Aspekte des christlichen Glaubens. Ziel des Taufunterrichts war schließlich die Bewährung des Glaubens in einer von religiösen Differenzen und moralischen Herausforderungen geprägten Umwelt. Verschiedene katechetische und mystagogische Reden aus dem vierten und fünften Jahrhundert geben dabei aufschlussreiche Einblicke in unterschiedliche pädagogische Konzepte und theologische Vorstellungen der jeweiligen Gemeinden. Diese sollen im Laufe des Seminars analysiert und miteinander verglichen werden.

  • SE 60308 Mönchtum im Mittelalter, Do 16:00–18:00 Uhr, Raum 306

Gerade anhand der Geschichte des mittelalterlichen Mönchtums lässt sich die Vielfalt des lateinischen Christentums exemplarisch ablesen und darstellen. Monastische Reformbewegungen und die Entstehung von neuen Ordensgemeinschaften verdanken sich nicht zuletzt einer Pluralität von verschiedenen, und miteinander auch konkurrierenden Vorstellungen und Lesarten dessen, was vollkommenes Christentum bedeutet. Die monastischen Ideale von Armut und Weltentsagung konnten dabei sowohl in der Zelle einer abgelegenen Kartause wie in einem Franziskanerkloster im städtischen Raum umgesetzt werden. Ebenso entwickelten die mittelalterlichen Mönchsorden unterschiedliche Affinitäten mit Blick auf Frömmigkeit und Theologie. Das Seminar möchte anhand von exemplarischen Quellen die Entwicklung und Pluralisierung des monastischen Lebens im Mittelalter nachzeichnen und historisch kontextualisieren. Dabei sollen sowohl die jeweils prägenden Idealvorstellungen wie Fragen des Alltagslebens in den Blick genommen werden. Anhand von Regeln, Traktaten, Klosterchroniken oder Briefen sollen dabei auch Spannungen und Konflikte offengelegt werden, die diese Entwicklungen jeweils begleitet haben.

Einschreibschlüssel für Moodle: BENEDIKT  

 

Marc Bergermann

  • PS 60305 Pelagianischer Streit, Mi 16:00–18:00, Raum 108

Müssen schon Säuglinge getauft werden, um der Verdammnis zu entgehen? Ist die menschliche Natur aufgrund der „Erbsünde“ so verdorben, dass Menschen aus eigenen Kräften zu keiner guten Handlung fähig sind? Verfügen Menschen überhaupt über den freien Willen, offen zum Guten wie zum Bösen zu entscheiden? Oder ist allein die göttliche Gnade entscheidend und ohnehin alles vorherbestimmt? Ist die Sexualität des Menschen gar Ausdruck seiner Sündhaftigkeit? Diese und viele weitere zentrale theologische Fragen erhitzten Anfang des 5. Jahrhunderts in Nordafrika, Rom und Palästina die Gemüter im sogenannten „Pelagianischen Streit“, der sich zwischen dem nordafrikanischen Bischof Augustinus von Hippo und dem vermutlich britischen Asketen Pelagius und deren Anhängern entfachte. In diesem Proseminar sollen anhand des pelagianischen Streites und seiner Folgen im weiteren Verlauf der Geschichte die Methoden der Kirchengeschichte, insbesondere der sichere Umgang mit Quellen, vermittelt und angeeignet werden.

Moodlekursschlüssel: OriginalSin

  • UE 60311 Eusebs Kirchengeschichte / The History of the Church by Eusebius of Caesarea, Do 10:00–12:00, Raum 108

Mit seiner historia ecclesiastica schrieb Eusebius von Caesarea (260/64-339) Geschichte – und zwar im gleich mehrfachen Sinne: Durch diese zehn Bücher umfassende Schrift, die die Geschichte der Entstehung der Kirche bis auf das Jahr 324 schildert, verdiente sich Eusebius den Titel „Vater der Kirchengeschichte“. Viele in dieser Schrift verarbeiteten Texte wären uns ohne die Recherche- und Kompilationsarbeit Eusebius‘ heute nicht überliefert worden. In dieser Übung wollen wir uns der quellennahen Lektüre der historia ecclesiastica widmen.

Moodlekursschlüssel: Konstantin