Lehrveranstaltungen SoSe 2020

 

Christoph Markschies

 

  • UE 60319: Die antike christliche Psalmenkommentierung, mit Dr. Cordula Bandt und Dr. Annette von Stockhausen, Do 14:00-15:30, BBAW, UL 8, 07W04
     

    Seit einigen Semestern liest eine muntere Schar von Interessierten Texte der antiken christlichen Psalmenkommentierung, die in Berlin aus Handschriften ediert werden. Die Psalmen waren für Liturgie und Alltagsleben antiker Christenmenschen von zentraler Bedeutung; die Kommentare wurden nach zeitgenössischen wissenschaftlichen Maßstäben angelegt, verraten aber auch viel über christliche Frömmigkeit.

    In diesem Sommersemester lesen und diskutieren wir - parallel zur Erstellung der kritischen Edition im Akademienvorhaben "Die alexandrinische und antiochenische Bibelexegese in der Spätantike" - Auszüge aus der Auslegung Eusebs von Caesarea zu den Psalmen.

  • OS 60323: Neuere Forschungen zur Geschichte des Antiken Christentums

    Gegenwärtig verändert sich das Bild vom Antiken Christentum sehr stark, insbesondere die theologiegeschichtliche Landkarte des 2. Jhdts wird weitgehend neu gezeichnet. Gleiches gilt für die Christentumsgeschichte des 3. Jahrhunderts. Der Einfluss neuerer Paradigmen aus Geschichts-, Kultur- und Sozialwissenschaften verändert das monolithische Bild der klassischen Lehrbücher. Wir diskutieren – immer wieder auch mit auswärtigen Gästen – neuere Forschungsbeiträge, selbstverständlich auch solche aus dem Kreis der Teilnehmenden. Fortgeschrittene Studierende sind sehr herzlich eingeladen. Termine: 29./30.05. und 17./18.07.20.  

Martin George
 

  • VL 60300: Christentumsgeschichte II: Mittelalter, Mo u. Do 12:00-14:00, Burgstraße 26, Raum 117

    Die Vorlesung stellt drei Bereiche in den Blickpunkt: 1. Ordnende Kräfte: Die Papstkirche in ihrem Kampf mit dem Kaiser- und Königstum um die libertas ecclesiae im Investiturstreit und um die Führung des Abendlandes. 2. Bewegende Kräfte, die das christliche Leben und Denken vertiefen und erneuern und das Bild von unitas und ordo von Kirchen und Gesellschaft im Mittelalter korrigieren: Mönchtum, Scholastik, Kreuzzugs- und Armutsbewegung, Konziliarismus, vorreformatorische Gemeinschaften, Volksfrömmigkeit. 3. Umstürzende und zerstörende Kräfte: Ketzer und ihre Bekämpfung, Inquisition. Die drei genannten Kräftefelder werden teils gesondert behandelt, teils aber auch vernetzt.Der Aufbau der Vorlesung ist chronologisch.
  • SE 60308: Johannes von Damaskus, Mo 14:00-16:00, Burgstraße 26, Raum 306

    Johannes (* ca. 650 + ca. 750), ein syrischer Christ, war zunächst Mitarbeiter in der Verwaltung des Kalifats von Damaskus. Als Christen aus öffentlichen Berufen ausscheiden mussten, wurde er Mönch und wirkte im Kloster Mar Saba bei Jerusalem über 50 Jahre als Theologe, Prediger und Dichter. Seine Schriften bündelten kreativ und repräsentativ die dogmatischen und liturgischen Traditionen der Blütezeit der griechischen orthodoxen Theologie vom 4. bis 8. Jh. Wir lesen und interpretieren: 1. Abschnitte seiner „Genauen Darlegung des orthodoxen Glaubens“ zur Gotteslehre, zur Christologie, zum Verhältnis vom freien Willen des Menschen und der Vorherbestimmung Gottes, zum Gebrauch der Hl. Schrift und der Ikonen, u.a.m.; 2. Abschnitte aus seinen Auseinandersetzungen mit dem Islam; 3. Abschnitte aus dem ihm posthum zugeschriebenen spirituellen Roman „Barlaam und Joasaph“, der die Buddhalegende ins Christentum überträgt.
  • UE 60315: Lektüreübung zu Johannes von Damaskus, Mo 16:00-17:00, Burgstraße 26, Raum 306

    In der Übung werden von den Teilnehmenden ausgewählte Abschnitte aus dem griechischen Text der „Genauen Darlegung des orthodoxen Glaubens“ kursorisch gelesen und übersetzt.


Sarah-Magdalena Kingreen
 

  • Blockübung 60310: Martin Niemöller, Mi 14:00-16:00, Burgstraße 26, Raum 406

    Pfarrer Martin Niemöller (1892-1984) ist eine prägende Gestalt der Geschichte des Christentums des letzten Jahrhunderts. Als Mitbegründer der Bekennenden Kirche zur Zeit des Nationalsozialismus und durch seine Rede zur Schuld der Deutschen nach 1945 wurde der „persönliche Gefangene des Führers“ (1938-1945) für viele zu einer Ikone des Widerstands gegen das nationalsozialistische Regime. Doch daneben sind völkische und antisemitische Positionen des Marineoffiziers im Ersten Weltkrieg bekannt, der nach 1945 zum Pazifisten wurde.

    Wer war Martin Niemöller? Was trieb ihn an? Wie sah er sich selbst? Und wie bewertete er die jeweiligen Kontexte, in denen er sich bewegte?

    Die Blockübung wird an zwei Wochenende stattfinden. Am 24.4./25.4. (Ort: Theologische Fakultät) wird Niemöller als Person im Mittelpunkt stehen, während am 15.5./16.5. (Ort: ehemaliges Pfarrhaus Niemöllers, Berlin-Dahlem) die Dahlemer Zeit besonders in den Fokus rücken wird.

    Termine: 24./25. April Ort: BU 26,406 Theol. Fakultät; 15./16. Mai: Ort: Martin-Niemöller-Haus Dahlem; jeweils freitags 16-19 Uhr, samstags 10-18 Uhr.

    Die Literatur wird per Mail mitgeteilt. Die Teilnehmendenzahl ist begrenzt; um Anmeldung wird gebeten bis zum 14.Aprilan: sarah_magdalena_kingreen@hu-berlin.de.

    Voraussetzungen: Keine, ggf. Bereitschaft zur Übernahme eines kurzen Referats.

     


Marie-Christin Barleben, Lukas Johrendt 

  • UE 60317: Kirchengeschichtskonzeptionen von der Antike bis heute, Mi 14:00-16:00, Burgstraße 26, Raum 306
     

    „Ich habe mich entschlossen, in einer Schrift zu berichten über die Nachfolger der heiligen Apostel, über die von unserem Erlöser an bis auf uns verflossenen Zeiten[…]“ So beginnt Euseb von Caesarea im 4. Jh. die wohl älteste „Kirchengeschichte“.

    Seitdem gibt es viele „Kirchengeschichten“, doch was ist eigentlich eine Kirchengeschichte? Oder doch lieber Christentumsgeschichte? Von Eusebs heilsgeschichtlicher Konzeption über Verfalls-und Reformationsgeschichten bis zur Kirchengeschichte als „Geschichte der Auslegung der heiligen Schrift“ (Ebeling) gibt es bis auf den heutigen Tag viele unterschiedliche und spannende Konzepte, was Kirchengeschichte eigentlich und wie sie dementsprechend zu betreiben sei.

    In dieser Übung wollen wir verschiedene Konzepte beginnend mit Euseb kennenlernen und uns kritisch mit ihnen auseinandersetzen.


Philipp Pilhofer

  • PS 60305: Warum Kirchenväter lesen?, Do 10.00-12.00, Burgstraße 26, Raum 108

    In diesem Proseminar geht es um die Vermittlung der grundlegenden Techniken kirchengeschichtlichen Arbeitens. Wie erforscht man die Vergangenheit? Es werden die wichtigsten Schritte zur Findung von und Arbeit mit Quellen eingeübt, nicht zuletzt wird auch zur Interpretation dieser Quellen angeleitet.

    Diese Methoden werden ausgehend von einer Schrift aus dem 17. Jahrhundert erarbeitet: Der Patrologie Johann Gerhardts. Die Patrologie bietet ihre ganz eigene Antwort auf die Leitfrage des Proseminars: "Warum Kirchenväter lesen?" Andere Antwortmöglichkeiten werden allerdings ebenso in den Blick genommen. Teilnahmevoraussetzung: Abgeschlossenes Latinum. Ein Schein wird bei regelmäßiger Teilnahme und Mitarbeit, der Übernahme eines Protokolls oder Referats und der Erstellung eines kurzen Essays ausgestellt; ein benoteter Schein nach Proseminararbeit.


Mirjam Wulff

  • UE 60318: Lateinische Lektüre: Wichtige theologische Texte des Mittelalters, Mi 16:00-18:00, Burgstraße 26, Raum 330
     

    In der Lektüreübung werden wichtige theologische Texte des Mittelalters in lateinischer Sprache übersetzt. Anhand dieser Texte soll die komplexe Vielfalt theologischer Literatur des Mittelalters erschlossen werden, die ganz verschiedene gesellschaftliche und geistesgeschichtliche Bereiche umfasst und von Politik über 'Wissenschaft' bis zu Frömmigkeit und Mystik reicht.

    Voraussetzung: Latein.