Christoph Markschies

  • OS 60316: Neuere Forschungen zur Geschichte des Antiken Christentums, mit Prof. Thomas Graumann

Gegenwärtig verändert sich das Bild vom Antiken Christentum sehr stark, insbesondere die theologiegeschichtliche Landkarte des 2. Jhdts wird weitgehend neu gezeichnet. Gleiches gilt für die Christentumsgeschichte des 3. ebenso wie für die des 5. und 6. Jahrhunderts. Der Einfluss neuerer Paradigmen aus Geschichts-, Kultur- und Sozialwissenschaften verändert das monolithische Bild der klassischen Lehrbücher. Wir diskutieren – immer wieder auch mit auswärtigen Gästen – neuere Forschungsbeiträge, selbstverständlich auch solche aus dem Kreis der Teilnehmenden. Fortgeschrittene Studierende sind sehr herzlich eingeladen.

Termine: 10./11.12.2021, 28./29.01.2022 Um Anmeldung bei Almut Bockisch (bockisal @remove-this.theologie.hu-berlin.de) wird gebeten.

  • OS 60315: Geschichte und Theologie – alte und neue Konzepte zu einem prekären Verhältnis, mit Prof. Georg Essen 

Spätestens seit den Neuaufbrüchen in Philosophie, Theologie und Wissenschaftstheorie zu Beginn der europäischen Neuzeit ist deutlich, dass zwischen „zufälligen Geschichtswahrheiten“ und „notwendigen Vernunftwahrheiten“ der von Lessing beschriebene „garstige breite Graben“ klafft und das vorher oft selbstverständliche Verhältnis von Geschichte und Theologie problematisch oder gar prekär geworden ist. Was hat Christentumsgeschichte oder Kirchengeschichte mit (christlicher) Theologie zu tun? Was bedeutet in der Theologie eine christentums- oder kirchengeschichtliche Perspektive? Und noch grundsätzlicher gefragt: Warum ist überhaupt Geschichte eine so zentrale Kategorie für den christlichen Glauben und entsprechend für die Theologie? In der Veranstaltung werden maßgebliche Antworten auf diese Fragen und klassische Verhältnisbestimmungen von Historik und Theologie seit der Antike analysiert, aber auch die Entwürfe der beiden Dozenten zur Diskussion gestellt. Bitte melden Sie sich bis spätestens 11.10.2021 bei Frau Barbara Frey unter barbara.frey@bbaw.de an.

  • UE 60313: Die antike christliche Psalmenkommentierung, mit Dr. Cordula Bandt und Dr. Annette von Stockhausen

Seit einigen Semestern liest eine muntere Schar von Interessierten Texte der antiken christlichen Psalmenkommentierung, die in Berlin aus Handschriften ediert werden. Die Psalmen waren für Liturgie und Alltagsleben antiker Christenmenschen von zentraler Bedeutung; die Kommentare wurden nach zeitgenössischen wissenschaftlichen Maßstäben angelegt, verraten aber auch viel über die christliche Frömmigkeit.

In diesem Semester lesen und diskutieren wir – parallel zur Erstellung der kritischen Edition im Akademienvorhaben »Die alexandrinische und antiochenische Bibelexegese in der Spätantike« – Auszüge aus der Auslegung Eusebs von Caesarea zu den Psalmen.
Teilnehmer*innen der Übung können ihre Griechisch-Kenntnisse vertiefen, sich mit den editorischen Methoden und deren Theorie vertraut machen und Grundzüge der spätantiken Auslegung der Bibel kennenlernen. Melden Sie sich bitte bis zum 11.10.2021 bei Dr. Cordula Bandt an (bandt @remove-this.bbaw.de). 

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Thomas Graumann 

  • OS 60316: Neuere Forschungen zur Geschichte des Antiken Christentums, mit Prof. Christoph Markschies

Gegenwärtig verändert sich das Bild vom Antiken Christentum sehr stark, insbesondere die theologiegeschichtliche Landkarte des 2. Jhdts wird weitgehend neu gezeichnet. Gleiches gilt für die Christentumsgeschichte des 3. ebenso wie für die des 5. und 6. Jahrhunderts. Der Einfluss neuerer Paradigmen aus Geschichts-, Kultur- und Sozialwissenschaften verändert das monolithische Bild der klassischen Lehrbücher. Wir diskutieren – immer wieder auch mit auswärtigen Gästen – neuere Forschungsbeiträge, selbstverständlich auch solche aus dem Kreis der Teilnehmenden. Fortgeschrittene Studierende sind sehr herzlich eingeladen.

Termine: 10./11.12.2021, 28./29.01.2022 Um Anmeldung bei Almut Bockisch (bockisal @remove-this.theologie.hu-berlin.de) wird gebeten.

  • VL 60300: Christentumsgeschichte I

Die Vorlesung behandelt die ersten Jahrhunderte des Christentums. Gegenstand sind einmal die frühen Formen christlichen Lebens und christlicher Frömmigkeit ebenso wie das Entstehen von kirchlichen Strukturen und Ämtern. Im Ringen verschiedener Gruppierungen und Denker um die bestimmenden Elemente eines christlichen Selbstverständnisses entwickeln sich ferner Schriftauslegung und Theologie. Dabei ist das Gespräch mit, aber auch die Abgrenzung von, der griechisch-römischen Kultur und Philosophie grundlegend, und ist das Verhältnis zum Judentum eine stete Herausforderung. Die theologischen Debatten münden in die Formulierung der klassischen, bis auf den heutigen Tag maßgeblichen Bekenntnisse zur Gotteslehre (Trinität) und Christologie. Die Vorlesung erschließt diese Entwicklungen sowohl chronologisch als auch in thematischem Zusammenhang.

  • UE 603001: Quellen zur Vorlesung CG I

Die Übung widmet sich begleitend zur Vorlesung (CG I) dem vertieften Quellenstudium exemplarischer Texte des antiken Christentums. Sie bietet Gelegenheit zu methodischer Rückfrage und kritischer Diskussion. Spezifische Akzentsetzungen können mit dem Teilnehmerkreis gemeinsam erarbeitet werden.

  • SE 60307: Origenes als Ausleger der Schrift

Origenes (ca. 185–253/4), der vielleicht kreativste und einflussreichste Theologe des Altertums, legt in Kommentaren und Predigten praktisch die gesamte Heilige Schrift aus. Er bedient sich dazu des Instrumentariums der exegetisch-philologischen Techniken und Strategien, die zur Interpretation klassischer Text (etwa Homers) in seiner Zeit in Gebrauch waren, und macht sie für das Bibelverständnis fruchtbar. Dies geschieht immer wieder auch im direkten oder indirekten Gespräch mit zeitgenössischer jüdischer Schriftauslegung. Als erster Theologe überhaupt verfasst Origenes zudem einen hermeneutischen Traktat, in dem er explizit über die Grundlagen der Schriftauslegung und ihre Verankerung in der Theologie nachdenkt und Rechenschaft ablegt. Bei diesem Traktat (Peri Archon/De Principiis, Buch IV) nimmt das Seminar seinen Ausgangspunkt, ergänzt um ausgewählte Beispiele seiner Auslegungspraxis.

In Aufnahme und Abgrenzung wurden Hermeneutik und Auslegungspraxis des Origenes bis in die frühe Neuzeit maßgeblich. Gerade weil sie dem modernen, historisch-kritisch geschulten Exegeten fremd und zuweilen gar problematisch anmuten mögen, sind sie von besonderem Interesse.


Sarah-Magdalena Kingreen

  • PS 60305 o. Sprachen: „Bischof Gregor von Nyssa – Ein Stratege zwischen Theologie und Kirchenpolitik"

Bischof Gregor von Nyssa hat gemeinsam mit seinem Bruder, Bischof Basilius, und ihrem Freund, Bischof Gregor von Nazianz, die Lösung im großen theologischen Streit zur Trinitätstheologie im 4. Jh. erarbeitet. Wer war Gregor von Nyssa? Wie hat er als Bischof seine Kirche geleitet? Welche Vorstellungen vom Bischofsamt formuliert Gregor selbst? Wie stellt er sich dabei dar? Welche theologischen Fragen wurden in dieser Zeit ventiliert? Im Proseminar werden wir vornehmlich die erhaltenen Briefe von Gregor lesen, um diesen Fragen auf die Spur zu kommen. Es wird zudem Raum sein, das methodische Handwerkszeug in der christentumsgeschichtlichen Arbeit zu erlernen und einzuüben.


Marie-Christin Barleben und Jaqueline Wormstädt

  • PS 60303: Christ*innenverfolgung

In den ersten Jahrhunderten n. Chr. geriet das entstehende Christentum immer wieder in Konflikt mit dem römischen Staat und wurde infolgedessen zum Zielobjekt von mehr oder weniger systematischen (staatlichen) Verfolgungen. Anhand von Quellen wird dieses Proseminar einen historischen Überblick über die frühen Christ*innenverfolgungen geben und dabei u.a. das Verhältnis von „Staat“ und „Kirche“ beleuchten.
Weiterhin wird im Rahmen des PS in die Arbeitsmethoden der Antiken Christentumsgeschichte eingeführt und anhand des Themas 'Christ*innenverfolgung' eingeübt werden.


Dietmar Wyrwa

  • SE 60306: Altkirchliche Bekenntnisse. Formen - Geschichte - Theologie

In jedem evangelischen Gottesdienst wird das Apostolische Glaubensbekenntnis gesprochen und an hohen Feiertagen das sog. Nizänum. Dass in diesen altkirchlichen Glaubensbekenntnissen die gesamte Christenheit weltweit vereint ist, im Apostolicum die evangelische und die katholische Kirche, im sog. Nizänum auch noch die orthodoxe Kirche, ist ein hohes Gut, das in seiner ökumenischen Tragweite gar nicht überschätzt werden kann. Das ist Anlass genug, sich die Entstehungsgeschichte und den theologischen Gehalt dieser Bekenntnisse im Rahmen anderer altkirchlicher Bekenntnisformeln zu vergegenwärtigen. Das angekündigte Seminar will dazu anhand der jüngst erschienenen grundlegenden Textsammlung einen Beitrag leisten.