Christoph Markschies

  • Oberseminar 60316: Geschichte und Theologie - alte und neue Konzepte zu einem prekären Verhältnis, zusammen mit Professor Dr. Georg Essen, Mi 18:00-20:00 Uhr (14tgl.). 

Spätestens seit den Neuaufbrüchen in Philosophie, Theologie und Wissenschaftstheorie zu Beginn der europäischen Neuzeit ist deutlich, dass zwischen "zufälligen Geschichtswahrheiten" und "notwendigen Vernunftwahrheiten" der von Lessing beschriebene "garstige breite Graben" klafft und das vorher oft selbstverständliche Verhältnis von Geschichte und Theologie problematisch oder gar prekär geworden ist. Was hat Christentumsgeschichte oder Kirchengeschichte mit (christlicher) Theologie zu tun? Was bedeutet in der Theologie eine christentums- oder kirchengeschichtliche Perspektive? Und noch grundsätzlicher gefragt: Warum ist überhaupt Geschichte eine so zentrale Kategorie für den christlichen Glauben und entsprechend für die Theologie?

In der Veranstaltung werden maßgebliche Antworten auf diese Fragen und klassische Verhältnisbestimmungen von Historik und Theologie seit der Antike analysiert, aber auch die Entwürfe der beiden Dozenten zur Diskussion gestellt.

Bitte melden Sie sich bis spätestens 15.04.2026 bei Frau Pfenning unter: sekretariat-praesident@bbaw.de an.

Das Seminar findet im Raum 326 in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (Jägerstr. 22/23, 10117 Berlin-Mitte) statt.

  • Colloquium 60316: Neuere Forschung zur Geschichte des Antiken Christentums

Das Bild vom Antiken Christentum verändert sich weiterhin insbesondere durch Impulse aus dem angelsächsischen, französischen und italienischen Raum sehr stark, vor allem die theologiegeschichtliche Landkarte des 2. Jhdts wird weitgehend neu gezeichnet. Gleiches gilt für die Christentumsgeschichte des 3. ebenso wie für die des 5. und 6. Jahrhunderts. Der Einfluss neuerer Paradigmen aus Geschichts-, Kultur- und Sozialwissenschaften verändert das monolithische Bild der klassischen Lehrbücher. Wir diskutieren – immer wieder auch mit auswärtigen Gästen – in Arbeit befindliche Qualifikationsschriften und neuere Forschungsbeiträge, selbstverständlich auch solche aus dem Kreis der Teilnehmenden. Fortgeschrittene Studierende sind sehr herzlich eingeladen.

Das Colloquium findet im Raum 327 in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (Jägerstr. 22/23, 10117 Berlin-Mitte) statt.

  • Übung 60313: Die Antike christliche Psalmenkommentierung, zusammen mit Frau Dr. Cordula Bandt, Do 14.00-15.30 Uhr.

In Berlin werden maßstabsetzende antike christliche Kommentare zum biblischen Buch der Psalmen aus Handschriften in kritischen Textausgaben ediert. Die Psalmen waren für Liturgie und Alltagsleben antiker Christenmenschen von zentraler Bedeutung; die Kommentare wurden nach zeitgenössischen wissenschaftlichen Maßstäben angelegt, verraten aber auch viel über die christliche Frömmigkeit. In diesem Semester lesen und diskutieren wir – parallel zur Erstellung der kritischen Edition im Akademienvorhaben „Die alexandrinische und antiochenische Bibelexegese in der Spätantike“ – vor allem Auszüge aus der Auslegung Eusebs von Caesarea zu den Psalmen. Teilnehmer*innen der Übung können ihre Griechisch-Kenntnisse vertiefen, sich mit den editorischen Methoden und deren Theorie vertraut machen und Grundzüge der spätantiken Auslegung der Bibel kennenlernen.

Die Übung wird gemeinsam mit Frau Dr. Cordula Bandt (BBAW) durchgeführt.

Bitte melden Sie sich bis spätestens 14.04.2026 bei Frau Dr. Cordula Bandt (bandt@bbaw.de) an.

Das Seminar findet im Raum 04W03 der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in der Staatsbibliothek (Unter den Linden 8, 10117 Berlin-Mitte) statt.